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Тем временем:
...
Hier nun, am allerstinkendsten Ort des gesamten Kunigreichs, wurde am
17. Juli 1738 Jean-Baptiste Grenouille geboren. Es war einer der
hei?esten Tage des Jahres. Die Hitze lag wie Blei uber dem Friedhof
und quetschte den nach einer Mischung aus fauligen Melonen und verbranntem
Hurn riechenden Verwesungsbrodem in die benachbarten Gassen. Grenouilles
Mutter stand, als die Wehen einsetzten, an einer Fischbude in der Rue aux
Fers und schuppte Wei?linge, die sie zuvor ausgenommen hatte. Die
Fische, angeblich erst am Morgen aus der Seine gezogen, stanken bereits so
sehr, dass ihr Geruch den Leichengeruch uberdeckte. Grenouilles Mutter aber
nahm weder den Fisch- noch den Leichengeruch wahr, denn ihre Nase war gegen
Geruche im huchsten Ma?e abgestumpft, und au?erdem schmerzte ihr
Leib, und der Schmerz tutete alle Empfunglichkeit fur uu?ere
Sinneseindrucke. Sie wollte nur noch, dass der Schmerz aufhure, sie wollte
die eklige Geburt so rasch als muglich hinter sich bringen. Es war ihre
funfte. Alle vorhergehenden hatte sie hier an der Fischbude absolviert, und
alle waren Totgeburten oder Halbtotgeburten gewesen, denn das blutige
Fleisch, das da herauskam, unterschied sich nicht viel von dem Fischgekruse,
das da schon lag, und lebte auch nicht viel mehr, und abends wurde alles
mitsammen weggeschaufelt und hinubergekarrt zum Friedhof oder hinunter zum
Fluss. So sollte es auch heute sein, und Grenouilles Mutter, die noch eine
junge Frau war, gerade Mitte zwanzig, die noch ganz hubsch aussah und noch
fast alle Zuhne im Munde hatte und auf dem Kopf noch etwas Haar und
au?er der Gicht und der Syphilis und einer leichten Schwindsucht keine
ernsthafte Krankheit; die noch hoffte, lange zu leben, vielleicht funf oder
zehn Jahre lang, und vielleicht sogar einmal zu heiraten und wirkliche
Kinder zu bekommen als ehrenwerte Frau eines verwitweten Handwerkers oder
so...
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